Der Einfluss von Rechtsschutzversicherungen auf Scheidungsverfahren

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Scheidungsverfahren können sich als äusserst kostspielig und langwierig erweisen, insbesondere wenn sie gerichtlich geregelt werden. Solche Prozesse können sich über mehrere Monate oder sogar Jahre erstrecken und Anwalts- sowie Gerichtskosten verursachen, die in die Zehntausende von Franken gehen können.

Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang betrifft die Haltung vieler Rechtsschutzversicherungen. Häufig schliessen sie die Übernahme solcher Kosten aus, vor allem wegen ihrer Unvorhersehbarkeit und der hohen Ausgaben, die sie mit sich bringen. Zudem werden die Ehepartner, die oft gemeinsame Versicherungsnehmer sind, plötzlich zu gegnerischen Parteien in einem Verfahren.

Angesichts dieser Herausforderungen stellen einvernehmliche Vereinbarungen und Mediationen effektive und kostengünstige Alternativen dar. Sie ermöglichen nicht nur erhebliche Einsparungen für alle beteiligten Parteien, sondern liegen auch im direkten Interesse der Rechtsschutzversicherungen, die dadurch erheblich sparen können. Einige Versicherungen haben erkannt, dass sie durch die Übernahme der Mediationskosten, die in der Regel nur einige Tausend Franken betragen, im Interesse ihrer Kunden handeln und gleichzeitig ihre eigenen Ausgaben kontrollieren können.

Die Praxis der Kostenübernahme variiert jedoch stark von einer Rechtsschutzversicherung zur anderen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die aktuelle Landschaft und zeigt, wie Rechtsschutzversicherungen zur Lösungsfindung beitragen, indem sie die Kosten für Mediationen und einvernehmliche Scheidungen übernehmen.

Hier ein Überblick über die Kostenübernahme für Scheidungen durch verschiedene Versicherungen:

  • AXA: Möglichkeit, die Übernahme der Scheidungskosten in der Police zu vereinbaren.
  • Protekta: Bietet ein Deckungsmodul „Familienrecht“, das unter anderem Mediationskosten umfasst. Je nach Deckung oder den allgemeinen Versicherungsbedingungen beträgt die Deckungssumme CHF 10’000 oder CHF 20’000.
  • CSS: Ihre Rechtsschutzversicherung deckt keine Kosten im Falle eines Streits zwischen Lebenspartnern, zusammenlebenden Partnern, Ehegatten oder eingetragenen Partnern, einschliesslich Mediation.
  • Fortuna-Generali: Möglichkeit, in der Police zu vereinbaren, dass die Kosten bis zu einem Betrag von CHF 5’000 gedeckt sind. Dieser Betrag umfasst jedoch nur die Kosten für die Erstellung des Scheidungsabkommens und den Scheidungsantrag. Gerichtskosten und Begleitung bei der Verhandlung sind nicht gedeckt.
  • Emilia: Die Scheidungskosten werden nicht von der Versicherung gedeckt. Jedoch werden Beratungskosten in allen Rechtsbereichen von der Versicherung übernommen (keine maximale Kostengrenze).
  • direct: Die Scheidungskosten sind nicht gedeckt.
  • Baloisedirect: Die Scheidungskosten sind nicht gedeckt.
  • Dextra Rechtsschutz: Je nach Police ist die Deckung der Mediationskosten bis zu einem Streitwert von maximal CHF 10’000 vorgesehen.
  • CAP: Je nach Police ist die Deckung der Mediationskosten bis zu einem maximalen Wert von CHF 15’000 vorgesehen.
  • Coop Rechtsschutz: Je nach Police ist die Deckung der Mediationskosten zwischen CHF 500 und CHF 1’000 vorgesehen.
  • Orion: Das Familienrecht ist ein durch die Rechtsschutzversicherung gedeckter Rechtsbereich. Orion bietet Rechtsschutz bei Problemen im Zusammenhang mit dem Familienrecht / eingetragenen Partnerschaften durch Unterstützung bei der Erstellung eines Scheidungs- oder Trennungsabkommens. Die Versicherungssumme beträgt CHF 500 pro versichertem Partner für das Standardprodukt und CHF 3’000 für das Premiumprodukt. Im Falle eines Streits zwischen denselben Partnern wird die Versicherungssumme nur einmal ausgezahlt.

Dieser Überblick unterstreicht die Bedeutung, die Bedingungen der eigenen Police genau zu verstehen und die verfügbaren Optionen für eine optimale Verwaltung der mit der Scheidung verbundenen Kosten zu kennen.