Ja, sofern dies im gegenseitigen Einvernehmen geschieht und das Wohl des Kindes im Vordergrund steht.

Als Beispiel nehmen wir die Anpassung der Besuchsrechte.

Wenn Eltern sich nicht über die Besuchsmodalitäten einigen können, ist es möglich, das Gericht oder die Kindesschutzbehörde (APEA) um eine Entscheidung bezüglich der Besuchsrechte zu bitten.

Die Entscheidungen des Gerichts oder der APEA müssen grundsätzlich von den Eltern eingehalten werden.

Diese Entscheidungen legen jedoch lediglich die Mindestanzahl der Besuche für den nicht betreuenden Elternteil fest. Es steht den Eltern frei, sich auf häufigere Treffen zu einigen. Zum Beispiel, auch wenn eine Entscheidung die Besuchszeiten während der Feiertage festlegt und der nicht betreuenden Mutter das Recht gibt, bestimmte Feiertage mit dem Kind zu verbringen, kann eine gemeinsame elterliche Vereinbarung diese Regelung überarbeiten. Jede Änderung muss allerdings im besten Interesse des Kindes erfolgen.

Die Verwaltung des Hauptwohnsitzes der Ehepartner und des Wohnorts der Kinder unter elterlicher Sorge ist ein Schlüsselaspekt des Schweizer Familienrechts, insbesondere im Kontext von Trennungen oder Scheidungen. Diese Verwaltung wird durch die Artikel 176 und 25 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches geregelt, die eine gründliche Bewertung der Bedürfnisse und Präferenzen der beteiligten Parteien erfordern.

Zuweisung des Hauptwohnsitzes der Ehepartner: Eine Frage spezifischer Bedürfnisse und Fairness

Artikel 176, Absatz 1, Punkt 2 des Zivilgesetzbuches besagt, dass in Ermangelung einer gemeinsamen Vereinbarung über die Nutzung der ehelichen Wohnung es dem Richter obliegt, eine Entscheidung zu treffen, indem er die Interessen abwägt. Dieser Prozess zielt darauf ab, zu bestimmen, welcher Ehepartner am meisten von der Wohnung profitieren würde, indem die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt werden. Bewertungskriterien schliessen die Nähe zum Arbeitsplatz, familiäre Verpflichtungen oder auch die Fähigkeit, die Wohnung zu unterhalten, ein.

Wenn diese anfängliche Analyse keine klare Entscheidung ermöglicht, konzentriert sich der Richter darauf, wem der Umzug am zumutbarsten wäre. Gesundheit, Alter und emotionale Bindungen an die Wohnung werden in dieser Phase als Faktoren berücksichtigt. Wirtschaftliche Überlegungen spielen eine weniger zentrale Rolle, es sei denn, finanzielle Schwierigkeiten machen es unmöglich, die Wohnung zu behalten.

Wenn keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird, weist der Richter die Wohnung dem Ehepartner zu, der entweder Eigentümer ist oder ein vorheriges Nutzungsrecht an ihr hat.

Wohnort des Kindes: Verschiedene Kriterien für sein oberstes Wohl

Was den Wohnort des Kindes angeht, so sind gemäss Artikel 25, Absatz 1 des Zivilgesetzbuches, verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, um seinen idealen Wohnort festzulegen und sein Wohlergehen zu gewährleisten, insbesondere wenn die Eltern getrennt leben. Der ursprüngliche Wohnort des Kindes ist der des Elternteils, der die tatsächliche Sorge hat.

Im Falle eines geteilten Sorgerechts basiert die Wahl des Wohnortes des Kindes auf einer objektiven Analyse, die den Ort bevorzugt, an dem das Kind die stärksten Bindungen geknüpft hat. Dies umfasst die Nähe zu Bindungspersonen wie anderen Familienmitgliedern, Schulen, Betreuungseinrichtungen und Orten, an denen das Kind ausserschulische und soziale Aktivitäten ausübt. Interessanterweise wird die Tatsache, dass das Kind im ehemaligen Familienheim gelebt hat, in dieser Bewertung nicht als relevant erachtet.

Abschliessend unterstreichen diese Regelungen den Willen des Schweizer Rechts, die Interessen und das Wohl der Beteiligten in Trennungs- oder Scheidungsverfahren bestmöglich zu schützen, während sie die Komplexität der familiären Dynamiken hervorheben und die Notwendigkeit für Richter betonen, ausgewogene und persönlich angepasste Entscheidungen zu treffen.

Wie kann man den Geburtsnamen nach der Scheidung wieder annehmen ?

Sie müssen nach der Scheidung einen Brief an das Standesamt Ihrer Gemeinde schreiben. Ein entsprechender Musterbrief steht Ihnen auf unserer Webseite zur Verfügung.