Unterhaltsbeitrag während einer Scheidung

Wie bestimmt man den Unterhaltsbeitrag für die Kinder?

Sie müssen zuerst die ausstehende Rente im Hinblick auf die Betreuung der Kinder festlegen: Laut einer Faustregel beläuft sich der Betrag auf ca. 15% des Nettolohns für ein Kind, auf ca. 25% des Nettolohns für zwei Kinder und auf ca. 30% des Nettolohns für drei Kinder (vgl. Beispiel). Diese Prozentsätze gelten soweit der Ehegatte, der die Obhut über die Kinder nicht innehat, nicht mehr als CHF 7’000.- pro Monat verdient. Wenn der Lohn mehr als CHF 7’000 pro Monat beträgt, müssen zuerst die aktuellen Bedürfnisse des Kindes hinsichtlich seines sozialen Umfelds und seines früheren Lebensstils berechnet werden.

Beispiel : http://www.einfache-scheidung.ch/_inhouse/form/DE_rente.xls

Im Fall eines gemeinsamen Sorgerechts, sollen die Ehegatten eine angemessene Lösung für die Kostenverteilung im Zusammenhang mit dem Unterhalt der Kinder finden.

Hat der Ehegatte einen Anspruch auf eine Unterhaltsrente nach der Scheidung?

Im Prinzip haben die Geschiedenen keinen Anspruch auf eine Unterhaltsrente nach die Scheidung. Unter speziellen Umständen können Alimente nach der Scheidung gerechtfertigt sein: zum Beispiel wenn einer der Ehegatten sich während der Ehe um den Haushalt und die Kinder gekümmert und deshalb auf eine Karriere verzichtet hat. In diesem Fall ist es berechtigt, einen Beitrag für die Zeit nach der Scheidung vorzusehen. Die Übergangsrente wird dann solange bezahlt, bis der Ehegatte wieder in den Arbeitsmarkt zurückgekehrt ist und finanziell wieder vollständig für sich selber sorgen kann, bzw. wieder geheiratet hat.

 

Neue Gesetzesbestimmungen seit dem 01.01.2017:

 

Gemäss den seit dem 1.1.2017 geltenden Gesetzesbestimmungen (Art. 276 ff. und 285 Zivilgesetzbuch), muss der Betrag für den Unterhalt des Kindes nicht nur den Bedarf des Kindes decken sondern auch die Betreuung des Kindes abgelten, sei es durch die Betreuung eines Elternteils oder durch Dritte (Betreuungskosten).

 

Dies führt tendenziell dazu, dass sich die Kinderunterhaltsbeiträge erhöhen, da theoretisch zu den Alimenten die effektiven Kosten des Bedarfes des Kindes (Nahrung, Kleidung, Mietanteil, generelle Kosten, Pflege und Erziehung) sowie die Betreuungskosten dazugezählt werden müssen.

 

Um Ihnen bei der Berechnung der effektiven Kosten des Kindes zu helfen, verweisen wir auf dieses Beispiel.

 

Seit dem in Kraft treten der neuen Gesetzesbestimmungen haben die Gerichte die Tendenz die Übernahme der effektiven Kosten des Kindes zu verlangen und der Betrag des Kinderunterhaltsbeitrages muss im Detail erklärt werden können.

 

Wenn der Elternteil, der nicht die Obhut des Kindes innehat, ein sehr kleines Einkommen hat, und diese Beträge wahrscheinlich in sein Existenzminimum eingreifen würden, berücksichtigt das Gericht den Grundbedarf (CHF 1’200.- Kt. Zürich) und die wesentlichen Kosten wie Miete, Krankenkasse und Fahrkosten. Der nach Abzug dieser Kosten vom Lohn verbleibende Betrag wird den Alimenten zugewiesen.